Zarafa kündigt Outlook Kompatibilität für Q1/2016 ab - unsere Stellungnahme dazu

Vielleicht haben Sie der Presse in den letzten Tagen bereits entnehmen können, dass Zarafa die Outlook Kompatibilität ab dem 1. Quartal 2016 abgekündigt hat. Dies ist für Zarafa selbst ein großer Schritt und für uns als Zarafa Gold Partner sowie unsere Zarafa Kunden eine neue Situation. Wir erläutern die Gründe, die Zukunft und mögliche Alternativen.

Die kurzfristigen Auswirkungen

Zarafa kündigte in einem Newsletter Mitte Januar an, dass mit dem 1. Quartal 2016 Outlook noch funktionieren kann, aber Zarafa in diese Kompatibilität keine Ressourcen mehr investiert. Sie müssen nicht sofort eine Alternative zu Zarafa einsetzen, da die bisherige Funktionalität bis Q1/2016 erhalten bleiben wird. Dennoch kontaktieren wir jeden unserer Kunden um mit ihm gemeinsam die Möglichkeiten zu besprechen.

Zunächst ändert sich für Sie als Zarafa Kunde nichts. Sofern Sie Zarafa bisher auch bereits ohne Outlook verwenden, hat die Ankündigung für Sie keine Auswirkungen. Wenn Zarafa dann ab dem 1. Quartal 2016 die Entwicklung der Outlook Kompatibilität nicht mehr fortführt, wird zunächst alles weiterlaufen. Im besten Falle bedeutet es, dass Sie weiterhin so arbeiten können wie bisher. Im schlechtesten Falle kann es auch bedeuten, dass ein Update für Outlook die Verbindung zwischen Zarafa und Outlook unbrauchbar macht und Sie auf die WebApp, Outlook mit IMAP oder einem anderen Client auf Zarafa zugreifen können, was jedoch je nach Fall einige Einschränkungen mit sich bringen kann.

Zarafa entwickelt sich weiter in Richtung Open Source

Als Grund für diese Entscheidung gibt Zarafa an, dass mittlerweile 75% aller Entwicklerressourcen nur in die Kompatibilität zu Outlook investiert werden, anstatt die Weiterentwicklung für die Zukunft zu beschleunigen. Den Trends der Zukunft möchte Zarafa mit der eigenen WebApp begegnen und diese weiter ausbauen, so dass eine Unabhängigkeit von anderen Produkten gewährleistet wird und darüber hinaus offene Standards zum Einsatz kommen. Die nächste Zarafa Version wird beispielsweise Videotelefonie direkt im Browser mit mehreren Teilnehmern erlauben. Umgesetzt wurde dies mit auf Basis von HTML5 und WebRTC, so dass keine weiteren Browser Plugins notwendig sind. Mehr über die zu erwartenden Features lesen Sie in diesem Blog Artikel.

Microsoft, als Hersteller von Outlook, entwickelt sich ebenfalls weiter und zieht mehr und mehr einzelne Softwareprodukte zu Lösungen zusammen. Darunter beispielsweise Outlook, Word, Excel, Powerpoint, Access, Exchange, Sharepoint und Lync, OneDrive, OneNote, Skype werden zu Office 365 gebündelt und bieten eine komplette Infrastruktur, aus der sich Outlook für Zarafa nur schwer isolieren lässt. Auch gibt es nicht für jeden Office 365 Bestandteil eine Open Source Alternative und die fehlenden Teile selbst zu entwickeln ist für Zarafa nicht realistisch leistbar.

Insofern ist der Schritt aus Sicht von Zarafa sicherlich nachvollziehbar und logisch auf die Zukunft im Sinne von Open Source ausgerichtet. 

Welche Alternativen gibt es?

Ein Grund für unsere Kunden auf Zarafa zu setzen war die unabhängigkeit von Microsoft Servern und dennoch der Einsatz von Outlook als Client. Outlook wird spätestens mit Version 2016 neue Fragen aufwerfen, die Zarafa zunächst nicht beantworten können wird. Wenn Sie auf älteren Versionen von Outlook/Office bleiben, kann Zarafa weiterhin funktionieren. Wir empfehlen jedoch, sofern Sie weiterhin Outlook als Client stabil verwenden möchten, eine mittelfristige Migration auf Microsoft Exchange oder Office 365. Diese Migration besprechen wir in der Rolle als Microsoft Partner für diese beiden Themen auch gerne mit Ihnen und zeigen Ihnen die Möglichkeiten.

Eine weitere Alternative ist der Open Source Weg: Sofern Sie nicht an Outlook gebunden sind und die WebApp oder andere Clients für Sie eine Alternative sind, können Sie weiterhin auf einen stabilen Zarafa Betrieb setzen. Wir zeigen Ihnen gerne, wie Sie auf Offene Software setzen und damit Lizenzkosten sparen und Freiheit gewinnen. Sprechen Sie uns dazu gerne an.

inett als Zarafa Gold Partner

Seit 2008 unterstützen wir Zarafa beim Umsetzen der Vision einer freien Groupware und werden dies auch weiterhin tun.

In erster Linie fühlen wir uns jedoch unseren Kunden gegenüber verpflichtet und sprechen daher die für den Kunden jeweils passende Empfehlung aus oder diskutieren mit Ihnen gerne die verschiedenen Möglichkeiten.

Fragen und Antworten

Wir haben dazu einige Fragen und Antworten dazu gesammelt, die wir mit Ihnen gerne teilen.

 

 

 

 

Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne persönlich zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie uns.